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Blackout in der Prüfung: Was wirklich hilft

Emanuel Bütler
vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

Sie haben wochenlang gelernt. Sie kennen den Stoff. Und dann liegt das Prüfungsblatt vor Ihnen, und im Kopf ist es plötzlich still. Eine Stunde nach der Prüfung ist alles wieder da. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sind Sie nicht allein: Prüfungsangst trifft Schüler:innen, Lernende vor der Lehrabschlussprüfung, Studierende und Erwachsene in Weiterbildungen gleichermassen.


Warum der Kopf leer wird


Der Blackout ist kein Zeichen von Unwissen. Er ist eine Stressreaktion. Wenn das Gehirn eine Situation als Bedrohung einstuft, schüttet der Körper Stresshormone aus. Puls und Atmung werden schneller, die Muskeln spannen sich an. Gleichzeitig wird der Zugriff auf das Gelernte schwieriger, weil der Körper auf Flucht oder Kampf umstellt, nicht auf Nachdenken.


Das Wissen ist also da. Es ist unter Druck nur schlechter erreichbar.


Was vor der Prüfung hilft


  • Unter prüfungsähnlichen Bedingungen üben. Lösen Sie alte Prüfungen mit Zeitlimit, am Tisch, ohne Handy. Das Gehirn lernt: Diese Situation kenne ich.

  • Den Prüfungstag vorher im Kopf durchspielen. Stellen Sie sich den Raum, das Blatt und die erste Aufgabe vor, und zwar so, dass Sie ruhig bleiben. Spitzensportler:innen und Musiker:innen nutzen diese Technik seit Jahren.

  • Schlaf ernst nehmen. In der Nacht festigt das Gehirn, was Sie gelernt haben. Eine durchlernte Nacht schadet meist mehr, als sie nützt.


Was in der Prüfung hilft


  • Langsam ausatmen. Atmen Sie vier Sekunden ein und sechs bis acht Sekunden aus, fünfmal. Das lange Ausatmen beruhigt das Nervensystem messbar.

  • Mit einer leichten Aufgabe beginnen. Ein erster Erfolg löst die Blockade oft schneller als das Ringen mit der schwierigsten Frage.

  • Den Blackout zulassen statt bekämpfen. Legen Sie den Stift kurz hin, spüren Sie die Füsse am Boden und sagen Sie sich innerlich: «Das ist Stress, das geht vorbei.» Wer gegen die Leere ankämpft, verstärkt sie.


Wie Hypnose bei Prüfungsangst unterstützen kann


In der Hypnose üben wir den Prüfungsmoment im Voraus, in einem ruhigen und sicheren Zustand. So lernt das Nervensystem, anders zu reagieren. Dazu kommt eine kurze Selbsthypnose, die Sie am Prüfungstag in zwei bis drei Minuten anwenden können. Meist reichen zwei bis vier Sitzungen, ideal ist ein Beginn drei bis sechs Wochen vor der Prüfung.


Ein Beispiel aus meiner Praxis: Eine Maturandin kam rund sechs Wochen vor ihren Prüfungen zu mir. Sie hatte schon mehrere Blackouts erlebt und entsprechend Angst vor den Prüfungen. In der Hypnose übten wir die Prüfungssituation, und mit Selbsthypnose konnte sie das Geübte zu Hause vertiefen. Weil sie sich nun sicher und gut vorbereitet fühlte, freute sie sich am Schluss sogar auf die Prüfungen.


Hypnose ersetzt das Lernen nicht. Sie hilft, das Gelernte in der Prüfung wieder zur Verfügung zu haben.


Wann Sie Hilfe holen sollten


Wenn die Angst schon Wochen vor der Prüfung den Schlaf raubt, wenn Sie Prüfungen ausweichen oder körperliche Beschwerden haben, lohnt sich Unterstützung. Bei starken Ängsten oder depressiven Verstimmungen gehen Sie bitte zuerst zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.


Mehr dazu auf der Seite Hypnose bei Prüfungsangst.


Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, was Ihnen hilft.



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